Zum Geburtstag gab’s zwei neue Räume und einen Tag der offenen Tür

125 Jahre Haus & Grund Speyer: Seinen „Geburtstag“ feierte der Ortsverein mit einem entspannten Tag der offenen Tür. Dabei konnten die Gäste auch die neuen Geschäftsstellen-Räume in Augenschein nehmen. Mit aktuell über 3.100 Mitgliedern steht der Verein auf Rang 4 in Rheinland-Pfalz.

Hoher Besuch bei Haus & Grund Speyer (v.l.): der Vereinsvorsitzende Ralf Hummel mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Schatzmeister Eberhard Mülberger, Bürgermeisterin Monika Kabs, dem 2. Vorsitzenden Gerhard Regel und dem Landesverbandsvorsitzenden Manfred Leyendecker.Hoher Besuch bei Haus & Grund Speyer (von links): der Vereinsvorsitzende Ralf Hummel mit Speyers Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Schatzmeister Eberhard Mülberger, Bürgermeisterin Monika Kabs, dem 2. Vorsitzenden Gerhard
Regel und Manfred Leyendecker, Vorsitzender des Landesverbands Haus & Grund Rheinland-Pfalz. - Foto: Dr. Ilse Preiss

Gelegentlich scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Aktuell kämpft Haus & Grund Rheinland-Pfalz als Interessenvertretung der privaten Immobilieneigentümer im Land für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge. Vor 125 Jahren führte eine ähnliche Situation dazu, dass sich Bürger in Speyer zusammentaten und einen Verein gründeten, um ihren Interessen mehr Nachdruck verleihen zu können.

Damals nämlich – Speyer war Sitz der königlich bayerischen Verwaltung der Pfalz – hatte die Stadt gerade eine neue Satzung erlassen, die Hauseigentümer erstmals an den Kosten des Baus von Straßen und Gehwegen beteiligte.
Mit der Abgabe wollte die Stadt vom damaligen Immobilienboom am Ort profitieren.

Nach der Eröffnung mehrerer Fabriken war die Bevölkerung Speyers auf rund 20.000 Einwohner angewachsen. Um Wohnraum zu schaffen für die vielen zugezogenen Industriearbeiter und ihre Familien, hatten private Bauherren Mietshäuser errichtet.

Sie wollten das „Ortsstatut über die Straßen- und Trottoirherstellung“ nicht unwidersprochen hinnehmen und gründeten am 13. September 1894 den „Grund- und Hausbesitzerverein Speier“. Der neue Verein strengte mit der „Trottoirfrage“ einen Musterprozess vor dem Oberlandesgericht an – und scheiterte. Auch die gerichtliche Auseinandersetzung über die Kostenübernahme der Straßenreinigung ging verloren.

Über den historischen Anlass zur Gründung des Haus & Grund Ortsvereins wusste selbstverständlich auch Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler bestens Bescheid, die beim Tag der offenen Tür ebenso zu Gast war wie Bürgermeisterin Monika Kabs. Tiefer einsteigen in die Diskussion wollte Seiler am Festtag allerdings nicht, sondern verwies auf die anstehenden Beratungen zu diesem Thema im Stadtrat.

Sie überbrachte dem Vorsitzenden Ralf Hummel herzliche Geburtstagsgrüße und wünschte alles Gute für die Fortsetzung der aktuellen Erfolgsgeschichte des Vereins. Dieser vertritt mittlerweile die Interessen von gut 3.100 privaten Immobilieneigentümern in der inzwischen über 50.000 Einwohner zählenden Stadt.

Einige Aufs und Abs bei der Mitgliederentwicklung

Auch zu Beginn seiner Geschichte hatte sich der Verein großer „Nachfrage“ erfreut: Ein Jahr nach seiner Gründung zählte er bereits knapp 500 Mitglieder. In den Folgejahren allerdings waren einige Aufs und Abs zu verkraften; Rezession und zwei Weltkriege sorgten für schwankende Mitgliederzahlen.

1942 beschloss der Verein in einer Generalversammlung sogar, seine Tätigkeit ganz einzustellen. Am 16. November 1951 wurde er – ebenfalls in einer Generalversammlung – erneut ins Leben gerufen. Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder damals Heinrich Joseph Schwager, der den Verein bis 1971 führte. 1969 zählte Haus & Grund rund 600 Mitglieder.

Prägende Ära unter dem Vorsitzenden Dautermann

Schwagers Nachfolge übernahm für mehr als drei Jahrzehnte der umtriebige Werner Dautermann – eine für den Verein prägende Ära unter dem Leitgedanken „Dienstleister Haus & Grund“. Dautermann richtete eine Geschäftsstelle zunächst in der Bahnhofstraße ein, bot regelmäßige Sprechstunden an und baute die juristische Beratung aus.

Er gründete auch die vereinseigene „Haus-, Wohnungs- und Grundeigentums-Verwaltungs-GmbH“. Und auf seine Initiative erwarb der Verein 1997 nach der Freigabe der französischen Normand-Kaserne das 540 Quadratmeter Nutzfläche umfassende Gebäude in der Rulandstraße 6 vom Landauer Bundesvermögensamt, seitdem Sitz des Vereins.

Immer mehr private Immobilieneigentümer in Speyer fühlten sich bei diesem Verein gut aufgehoben: Als Werner Dautermann 2003 die Führung abgab und zum Ehrenvorsitzenden gewählt wurde, hatte der Verein bereits mehr als 2.300 Mitglieder. Die Nachfolger Michael Kuhnlein und Ralf Hummel setzten den eingeschlagenen Weg konsequent fort.

Mehr Mitglieder, mehr Rechtsberatungen, mehr zusätzliche Angebote, mehr Mitarbeitende: In der Geschäftsstelle von Haus & Grund Speyer wurde es immer enger. Deshalb beschloss der Vorstand die Erweiterung um zwei bislang vermietete Räume.

Mit deren Renovierung einher ging die Modernisierung der technischen Infrastruktur, die mit den steigenden Anforderungen ebenfalls nicht mehr Schritt halten konnte. Pünktlich zum Tag der offenen Tür konnten den Gästen die neuen Räumlichkeiten präsentiert werden.

Eines allerdings blieb und bleibt unverändert: „Unser Team versucht immer, sein Bestmögliches zu geben“, versprach der Vorsitzende Ralf Hummel unter dem Beifall der Gäste.

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