Exkursion von Haus & Grund Speyer: Zu Gast bei VW und Heinrich dem Löwen

Haus & Grund Speyer in der Wolfsburg-Autostadt-Volkswagen Werkstour

Zur inzwischen schon fast Tradition gewordenen Exkursion hatte Haus & Grund Speyer seine Mitglieder und Gäste in diesem Jahr zu einer viertägigen Fahrt nach Braunschweig eingeladen. Hier ein Reisebericht aus erster Hand.

1.Tag: Anreise nach Braunschweig, mit Stadtbesichtigung in Hildesheim
Zuerst begrüßte der 1. Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Michael Kuhnlein, alle Teilnehmer und wünschte eine gute Fahrt und einen schönen Aufenthalt. Nun ging die Fahrt unter der Reiseleitung von Frau Maria Scheidel morgens um 7.00 Uhr am Vereinshaus Rulandstrasse los.

Zunächst fuhren wir Richtung Hockenheim, dann die Autobahn Frankfurt, Fulda, Kassel, Göttingen, Hildesheim und Braunschweig. Bei unserer ersten Rast erhielt jeder Teilnehmer ein Piccolo Sekt und eine Brezel von Frau Scheidel im Namen von Haus & Grund Speyer überreicht. Diese nette Geste kam dankend und gut an. Am frühen Nachmittag erreichten wir Hildesheim.

Hildesheim wurde 815 von Ludwig dem Frommen (Legende vom 1.000 jährigen Rosenstock) gegründet. Bei der Stadtführung erfuhren wir, dass viele historische Gebäude am 22. März 1945 zerstört wurden, aber in den 1950-er Jahren wieder Originalgetreu (viel Fachwerk) nachgebaut wurden, z.B. am historischen Marktplatz das Rathaus, Bäckeramtshaus, Knochenhauerhaus mit Stadtmuseum und das Rokokohaus (heute Hotel Van der Valk). Die St. Michaelis Kirche wurde 1010 bis 1022 unter Bischof Bernward als Klosterkirche erbaut und 1033 von Bischof Godeward fertig gestellt. Die Kirche ist ein außergewöhnliches Zeugnis von der religiösen Kunst der Romanik im Heiligen Römischen Reich. Prunkstück im Inneren ist das einzigartige Deckengemälde aus dem 13. Jahrhundert, das den Stammbaum Christ darstellt. Den Dom, zur Zeit in Renovierung, konnten wir nicht besichtigen, nur den sageumwobenen 1.000-jährigen Rosenstock an der Domapsis. Mit der Ankunft in Braunschweig im Mövenpick Hotel, das für die nächsten Tage unser Domizil sein sollte, endete der erste Tag.

2. Tag Wolfsburg-Autostadt-Volkswagen Werkstour
Wissenswertes von den Führungen: In einer 25 ha großen Park- und Lagunenlandschaft bilden Architektur, Design und Natur für viele Attraktionen. Direkt am Mittellandkanal liegt die Erlebniswelt der Mobilität, die Autostadt von Volkswagen. Seit Eröffnung im Jahr 2000 haben mehr als 24 Millionen Menschen diese besucht. Besondere Attraktionen sind: Konzern Forum, Zeit-Haus, KundenCenter, sieben Markenpavillons (besonders Porsche Pavillon) und zwei Autotürme für jeweils 400 auslieferungsfertige Fahrzeuge. Per Schifffahrt zum Werksgelände und mit der Bahn zur Produktionshalle hat die VW-Werkstour begonnen.

50.000 Beschäftigte arbeiten in der größten Produktionsstätte des VW Konzern in Wolfsburg. 3.820 Fahrzeuge werden täglich produziert, die Werkskantine bereitet täglich 40.000 Essen zu.

Unsere Führung konzentrierte sich auf die Stationen Lackiererei für Touran und Tiguan und der Montage. In der Lackiererei sind die Karosserien noch einheitlich grau und werden dann einzeln auf Transportgestelle befestigt und anschließend mehrmals gebadet, damit sie frei von Schmierstoffen, Ölen und Fette sind, bevor der farbige Decklack und der schützende Klarlack aufgetragen wird. Wenn Fahrwerk und Triebsatz mit der Karosserie verbunden werden, ist „Hochzeit“. Jetzt ist aus der Karosserie das Auto geworden. Nach einer beeindruckenden Fahrt durch das Werk war unsere Führung zu Ende und wir hatten viel Zeit für eigene Erkundungen der Autostadt. Am späten Nachmittag fuhren wir zu unserem Hotel nach Braunschweig zurück.

3. Tag Vormittag Stadtführung Braunschweig (die Löwenstadt), Nachmittag Stadtführung Wolfenbüttel (die Lessingstadt)
Zur Führung mit Stadtrundgang war der Burgplatz Treffpunkt. Auf dem historischen Burgplatz steht der Braunschweiger Löwe, den Heinrich der Löwe 1166 als Wahrzeichen aufstellen ließ. Umringt wird der Platz vom Dom St. Blasii, der Burg Dankwarderobe und dem Vieweghaus, in dem das Landesmuseum untergebracht ist, sowie von jahrhundert-alten Fachwerkbauten. Der Dom wurde 1173 – 1195 erbaut von Heinrich dem Löwen. Die Burg Dankwarderode ließ ebenfalls Heinrich der Löwe im 12. Jahrhundert mit ihrem heutigen Grundriss errichten.

Das Rathaus am Platz der Deutschen Einheit ist der Sitz der Stadtverwaltung. Das Residenzschloss mit Quadriga aus dem 19. Jahrhundert wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. 2005 - 2007 wurde das Gebäude wieder aufgebaut und die Schlossfassade unter Einbeziehung von erhaltenen Originalteilen rekonstruiert. Den Mittelbau krönt die größte Quadriga Europas. Gegensätzlich ist das junge Happy Rizzi House mit seiner architektonisch Vaganten Bauskulptur.

Vorbei am Kohlmarkt (von Kohlen) und dem Gewandhaus kamen wir zum Altstadtmarkt und Altstadt-Rathaus. Der im 12. Jahrhundert angelegte Platz war der Platz, wo die Jahrmärkte, Paraden und Prozessionen, aber auch Hinrichtungen stattfanden. Hier endete die Führung.

Prägend für die Stadt Wolfenbüttel und ihr heutiges Aussehen waren die Welfen. Ein markanter Bau ist Herzogliche Schloss, dessen erste urkundliche Erwähnung der Herren Wolfenbüttel aus dem Jahr 1188 datiert. 1255 gelangte die Burg in den Besitz der Welfen. Die Rückverlegung der Residenz nach Braunschweig im Jahr 1753/1754 bedeutete das Ende der 400-jährigen Residenz-Geschichte Wolfenbüttels. Das alte Welfenschloss wird heute von der Stadt genutzt, u.a. für ein Gymnasium, ein Museum und Veranstaltungsräume.

Das Museum des Lessinghauses erzählt die Geschichte von Gotthold Ephraim Lessing in Wolfenbüttel von 1770 bis 1781. Hier schrieb er das Drama „Nathan der Weise“. Die Herzog August Bibliothek wurde 1572 von Herzog Julius gegründet. Im Zeughaus, im Stil der Spätrenaissance erbaut, befindet sich heute die Präsenzbibliothek. Das vor kurzen renovierte Meißner-Haus dient vorwiegend als Informationsstelle für Besucher. Sehenswert waren auch Klein Venedig, das „Kleinste Haus“ (1751 gebaut) und der Stadtmarkt mit den Hofbeamtenhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Der gesamte Kornmarkt war bis Anfang des 20. Jahrhunderts vom Oberkanal durchflossen, heute dient dies für Parkflächen. Das Bild des Kornmarktes wird von den stattlichen, reich gegliederten Fachwerkbauten und von der evangelischen Hauptkirche Beatae Mariae Virginis geprägt. Das war das Ende unserer Führung, am späten Nachmittag Rückfahrt nach Braunschweig.

4. Tag Goslar mit Stadtführung und Rückreise nach Speyer
Die zwischen 1040 und 1050 unter Heinrich III errichtete Kaiserpfalz ist ein einzigartiges Denkmal. Bereits vor 3.000 Jahren wurde am Rammelsberg und im Oberharz Erz gewonnen. Unter der Regentschaft der Ottonen begann der systematische Erzabbau, der Rammelsberg wurde zu dem Kupferberg des hohen Mittelalters.

Auf dem Weg vom Domplatz zur Altstadt fielen besonders die kleinen Fachwerkbauten sämtlicher Baustile auf. Das Stammhaus der Industriellenfamilie Siemens, erbaut 1693, gehört zu den größten und am besten erhaltenen Bürgerhäusern. Großes Heiliges Kreuz wurde im Jahre 1254 als Hospiz gegründet und war eine Stätte für Bedürftige, Gebrechliche, Arme, Waisen und Pilger, dort erhielten sie Nachtlager und Nahrung.

Der Marktplatz mit dem Rathaus wird überragt von den ungleichen Türmen der Marktkirche. Die Fachwerkhäuser sind vielfältig und die Zeitepochen der Romanik, Gotik und der Renaissance prägen ihren Charakter. Mit dem Glocken- und Figurenspiel am Kammereigebäude ging unsere Führung zu Ende. Nun neigten sich vier erlebnisreiche und schöne Tage dem Ende zu. Unser Bus brachte uns wieder gesund und wohlbehalten nach Speyer. Zuvor bedankten wir uns ganz, ganz herzlich bei Frau Maria Scheidel für die super organisierte Reise, das alles so perfekt klappte. Frau Scheidel war keine Arbeit und Mühe zu viel. Ebenfalls auch Danke an unseren Fahrer Alfons Röder, der uns immer sicher und überall gut gefahren hat.

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